Monika

Ich sagte zu meinem besten Freund „lass uns lieber essen gehen, und nicht ins Thermalbad“ wie jeden Donnerstag.

An diesem Abend brach ich zusammen, mein kopf fiel neben den Teller. Nur“ a glois Schlägle“ schwäbelte beruhigend der Arzt im Krankenhaus, doch mir blieb an diesem Abend das Lachen im Hals stecken und kam für Monate nicht wieder.  

Ich halte es mit Churchill sagte der Physiotherapeut “ Blut, Schweiß und Tränen, aber wir werden gewinnen. Das Letztere garantiere ich Ihnen und Sie werden gehend entlassen werden. Das Andere gehört leider dazu, zum Lachen hatte ich ab da keine Kraft mehr.  

Ich habe so gerne gelacht über mich, und über Andere, es war meine Gabe in allem auch das Lustige zu sehen ,aber wie willst du lachen über andere, wenn du abhängig bist von ihnen, oder über dich, wenn du kein Selbst-Bewusstsein mehr hast und es wie alles andere neu suchen und lernen musst. Wenn Du deine ganze Kraft dafür brauchst. Auch Denken und Humor, musst du neu lernen.

„Sie brauchen erst wieder arbeiten zu kommen, wenn Ihr Lachen wieder da ist“ sagte mein Chef und lud sich einmal die Woche sein Auto voll mit Kollegen, um nach dem Frühdienst 2 Stunden zu mir zu fahren und mich zum Lachen zu bringen. Ihm, meinen Freunden und meiner Familie sei an dieser Stelle ein Dankesmal gesetzt. Sie haben mich in dieser Welt gehalten. Es hat lange gedauert. 

Heute lache ich wieder, es ist nicht mehr meine große schallende Lache, aber die Jetzige gefällt mir auch. 

Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass noch Reste von der alten, großen im Hals stecken. 

Eigentlich wollte ich ja mit 50 Jahren noch mal neu durchstarten. Vieles neu lernen und anders gestalten. Nun es ist mir gelungen. Zwar etwas anders als ursprünglich gedacht. Statt Tanzen lerne ich jetzt Geduld und an Stelle der Überholspur die neue Langsamkeit. Dabei helfen mir die Solidarität und die Unterstützung der Selbsthilfegruppe .Und unser gemeinsamer Spaß an der Freud.

Die Spur halten geradlinig sein, logisch denken, das fällt mir alles sehr schwer, denn ich bin aus der Bahn geworfen, habe meine Mitte verloren, kann nicht gerade stehen und nicht mittig sitzen ich sehe aus wie ein schiefer Mensch, da die Mittelachse fehlt mein Gehirn kann sie nicht mehr produzieren, aber mit viel Übung und die Zeit heilt es auch, habe ich sie fast wieder und übe mich darin, mit dem E –Rolli geradeaus zu fahren, man muss die Spur halten, sonst verbraucht er zuviel Batterie. 

Nur wie will ich die gerade Linie halten wenn kein Mensch das tut. Erst jetzt fällt mir auf wie schwankend die meisten Menschen gehen. Keiner geht wirklich geradeaus, Vielleicht ist es gar nicht normal, die Spur zuhalten 

"Dä jetzt hab`ich doch die Wade erwischt", lautes Geschimpfe hinter mir, aber ich hab nun mal hinten keine Augen und man stellt sich ja auch nicht in die Fahrtrichtung von `nem E-Rolli. 

Tut mir sehr leid, leider kann ich zwar geradlinig fahren, nur noch nicht denken. Aber das kommt noch und dann schaff ich es auch erst zu denken und dann rückwärts zufahren.

Monikas Geschichte